Konzert : Scott Matthew
Mo. 11. Mai 2009
21 Uhr
1st FloorVideo "White Horse"
www.scottmatthewmusic.com
Die Tindersticks haben es bereits vor Jahren vorgemacht und kammermusikalische Kompositionen, gepaart mit einem Hang zur Dramatik, in von Sängern intonierte Popmusik transportiert, ehe mit Rufus Wainwright, Patrick Watson oder Antony ein Klassizismus und eine vermeintliche Androgynität salonfähig wird, die sich besonders im Gesang der Protagonisten widerspiegelt.
Mit dem in New York lebenden Australier Scott Matthew trat dann ein Singer/Songwriter ins Rampenlicht, der stilistisch mit den Genannten zu vergleichen ist, der aber den überschäumenden Hedonismus eines Wainwright und die Larmoyanz eines Antony Hegarty vermeidet. Matthew komponiert berührende, düster schimmernde Songs, die sich im Spannungsfeld zwischen Wehklagen und Hoffnung, zwischen Romantik und Schmerz positionieren. Eine Kombination aus Folk und Kammermusik trifft auf diesen ergreifenden, klassisch anmutenden Gesang, dessen Klangfarbe in der Tat der eines Antony ähnelt, aber auch an den frühen David Bowie erinnert. Mit etwas Fantasie kann man seine Musik auch als eine Lofi-Version von Elvis Costellos und Burt Bacharachs "Painted From Memory" denken.